Worte für die ersten Tage nach der Diagnose

Die ersten Stunden nach einer Krebsdiagnose verändern alles. In meiner Sprechstunde merke ich immer wieder: Es sind nicht die medizinischen Fragen, die in diesen Stunden am drückendsten sind. Es sind die ganz kleinen, ganz menschlichen.

Wenn du selbst die Diagnose erhalten hast

Atme. Es darf still bleiben. Du musst in den ersten Stunden niemandem etwas erklären, niemanden trösten, keine Entscheidungen treffen. Du darfst dir Zeit nehmen.

Eine Patientin sagte mir einmal: „Ich habe drei Tage gebraucht, bevor ich es überhaupt aussprechen konnte.“ Das ist in Ordnung. Worte kommen, wenn sie kommen.

Wenn ein nahestehender Mensch die Diagnose erhalten hat

Das Wichtigste zuerst: Du musst nichts „richtig“ machen. Es gibt keine perfekten Worte. Was es gibt, sind Worte, die zeigen: Ich bin da.

Vermeide, was tröstlich klingt, aber selten hilft: „Wird schon werden“, „Sei stark“, „Ich kenne jemanden, dem ging es genauso“. Sag stattdessen einfach: „Ich bin da. Du musst nichts antworten.“

Drei Sätze, die fast immer tragen

1. „Ich kann mir kaum vorstellen, was du gerade fühlst – aber ich gehe diesen Weg mit.“

2. „Du musst mir nichts erklären. Sag mir einfach, was dir heute helfen würde.“

3. „Ich bringe dir morgen Suppe vorbei. Du musst nicht aufmachen, ich stelle sie vor die Tür.“

Was am Ende des Tages zählt

Es zählt nicht, dass du die richtigen Worte findest. Es zählt, dass du nicht aufhörst, an dem Menschen festzuhalten – auch wenn ihr beide gerade keine Worte habt. Stille ist auch eine Form von Da-sein.

Wenn du tiefer in dieses Thema einsteigen möchtest, findest du in unserem eBook „Mein Weg durch die Krebsdiagnose“ ein eigenes Kapitel zu den ersten Tagen.